Die Ernährung

Ernährung Schwangerschaft

Die Ernährung – eine einfache Möglichkeit das Erlebnis der Geburt zu verbessern.

Es gibt unterschiedliche Ansätze, wie Du die Ernährung in den letzten 4-6 Wochen vor Geburt möglichst optimal gestalten kannst. Meine persönliche Empfehlung in Sachen Ernährung, die ich Dir folgend vorstellen möchte, wird „Louwen-Ernährung“ oder auch “Louwen-Diät” genannt und ist nach Prof. Dr. Frank Louwen (Leiter der Geburtshilfe und Pränatalmedizin Uni Frankfurt) benannt. Das Hauptziel der Louwen-Ernährung ist einfach: Die konsequente Vermeidung von Lebensmitteln mit einfachen Kohlenhydraten, die Deinen Blutzuckerspiegel (Insulinspiegel) schnell und stark ansteigen lassen. Hierzu gehören bspw. Weißmehl und Zucker. Denn ein stark schwankender Insulinspiegel (beispielsweise durch Konsum von Zucker oder manche Getreidesorten ausgelöst) fördert nicht nur die Gefahr Diabetes Typ 2 zu bekommen, sondern auch Fettleibigkeit (Adipositas) – anders gesagt: Dein Baby wird unnötig dick. Denn wenn Du Produkte aus Weißmehl isst, wie zum Beispiel Pasta, Brot oder Kuchen, springt die Bauchspeicheldrüse an, um mit Hilfe von Insulin deinen Blutzucker zu senken, da dieser sehr schnell steigt.

Um Missverständnisse vorzubeugen: Die Louwen Diät zielt nicht darauf ab, dass du abnimmst. Es geht hier nicht um Gewichtsverlust, sondern schlicht und einfach darum starke Schwankungen des Blutzuckers zu vermeiden. Und bitte verstehe mich hier auch nicht falsch: Du sollst keineswegs auf alle Kohlenhydrate verzichten, sondern sehr gezielt komplexe Kohlenhydrate essen (wie z.B. Wildreis, Quinoa, Hülsenfrüchte wie z.B. Linsen). Auf Kartoffeln, Honig und raffinierten Zucker solltest du bspw. hingegen verzichten. Hier findest Du eine kurze Übersicht unterschiedlicher Lebensmittel, die Du besser vermeidest oder Dir ab sofort häufiger gönnen solltest. LISTE Du kannst mit der Diät übrigens auch durchaus schon ab der 32. SSW (Schwangerschaftswoche) beginnen. Im Internet findest du viele Rezepte für geeignete Gerichte wie z.B. Brot zum selber backen. Hier sind einige nützliche Links für Dich.

Hebamme Helen
Hebamme Helen

Hallo, ich bin Helen und habe diesen Beitrag für Dich verfasst. Lass mich doch in den Kommentaren wissen, ob Du etwas vermisst oder noch Fragen hast. Liebe Grüße!

Was bringt dir die Louwen Diät?

Am Ende der Schwangerschaft bildet dein Körper vermehrt Prostaglandine, die zur Reifung des Muttermundes beitragen und dich auf die Geburt vorbereiten. Prostaglandine wirken sich jedoch auch auf Dein Schmerzempfinden aus und lagern sich in diesem Fall an den gleichen Rezeptoren an wie das Insulin. Übersetzt bedeutet dies ganz konkret: Ist der Blutzucker hoch, sind die Rezeptoren blockiert und die Prostaglandine können nicht arbeiten, sodass u.a. die Wehen später ausgelöst werden. Die Folge: der Muttermund hat keine Chance gut vor zu reifen und die einsetzenden Wehen werden meist als deutlich schmerzhafter empfunden.

Ein wichtiger Hinweis: Für Frauen mit Diabetes Typ 1 ist die Louwen Diät nicht geeignet – bitte sprich mit deiner Hebamme und deinem Gynäkologen, ob bzw. wie du mit vergleichbarer Ernährung ähnliche Effekte erzielen kannst. 

Ergänzend zur Louwen Diät gibt es noch eine ganze Reihe von Lebensmitteln, die sich positiv auf Dein Wohlbefinden im “Schwangerschaftsendspurt” auswirken. Aus eigener Erfahrung kann Euch die folgenden zwei Lebensmittel noch besonders ans Herz legen.

  1. Datteln – Lecker und ein Beschleuniger

Eine Studie aus Jordanien hat bewiesen, dass regelmäßiger Dattel Konsum in den letzten 4 Wochen vor Geburt (d.h. 6 Datteln pro Tag) die Schmerzen in den Wehen reduziert und für eine gute Öffnung des Muttermundes sorgt. Frauen, die Datteln essen, gehen seltener über den errechneten Termin (ET) und haben seltener vorzeitige Blasensprünge. Des Weiteren verkürzt sich die Austreibungsperiode (AP). Somit sorgen Datteln für eine schnellere Geburt.

  1. Leinsamen – Damit es besser “flutscht”

Ebenfalls zu empfehlen ist die Einnahme eines Teelöffels Leinsamen (aber bitte mit ausreichend Wasser), um die Schleimhäute auf die Geburt “vorzubereiten”: Unter Hebammen sagen wir oft, dass Leinsamen die „Kinder flutschen lässt“. Denn Leinsamen wirken sich positiv auf die Schleimhäute aus und sorgen für eine regelmäßige Verdauung. Die so geförderte erhöhte Schleimproduktion kann zu einer zügigeren Geburt führen. Bitte beachte: Ein kleiner Teelöffel ist ausreichend und nimm diesem pur mit Wasser, im Müsli oder einer anderen Flüssigkeit ein. Bei größerer Menge kann – bei zu wenig Flüssigkeit – zu Verstopfung oder zu einer abführenden Wirkung kommen. Auch hier ist der Beginn der Einnahme ab der 34-36.SSW ausreichend.

Du siehst: Schon mit deiner Ernährung kannst Du einen großen Teil zu einer schnelleren und Schmerz ärmeren Geburt beitragen! Probiere es einfach aus. 

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