In den letzten Jahren werden Doulas immer bekannter. Dabei handelt es sich um Frauen, die Schwangere und Gebärende begleiten und unterstützen. Eine Doula verfügt nicht zwingend über eine medizinische Ausbildung; ihre eigentliche Aufgabe ist nämlich nicht die medizinische, sondern vielmehr die emotionale Unterstützung der Frau.
Der Begriff Doula kommt aus dem Griechischen, mit der Bedeutung pflegen oder betreuen. Das moderne Konzept einer Doula hat vor allem in den USA Erfolg, vermutlich weil dort die Betreuung Schwangerer und Gebärender anders als bei uns nicht flächendeckend von Hebammen übernommen wird. Verständlicherweise weckt das Entbinden in Krankenhäusern, die nicht nur medizinisch steril sind, sondern zunehmend auch als seelisch steril empfunden werden, das Bedürfnis nach emotionaler Unterstützung. Diesen Bedarf decken dann die Doulas.
Jede Mutter über 25 kann Doula werden. Zwar gibt es keine anerkannte Berufsausbildung, du kannst aber bei dem Verband Doulas in Deutschland e.V. einen Kurs absolvieren und dann als Doula tätig werden. (Link: www.doulas-in-deutschland.de)
Eine Doula ersetzt keinesfalls eine Hebamme oder Frauenärztin; die emotionale Betreuung kann Schwangerschaft und Entbindung für Mutter und Vater unter Umständen jedoch positiver gestalten.
Eine Doula kann vor allem für Schwangere eine große Hilfe sein, die Schwangerschaft und Entbindung ohne Hilfe eines Partners oder ihrer Familie erleben, oder die sich von Frauenärztin, oft speziell vom männlichen Arzt, nicht ausreichend verstanden fühlen. Hier steht die Doula sozusagen ganz ohne medizinischen Hintergedanken auf Seite der Frau.
Das kann allerdings nur funktionieren, wenn Doulas und Mediziner, also Ärztinnen und Hebammen, die Bedürfnisse der Frau in den Vordergrund stellen. Weltanschauliche Unterschiede könnten sonst dazu beitragen, dass der Konflikt auf dem Rücken von Mutter und Kind ausgetragen wird, was nur schädlich sein kann.
Normalerweise wirst du keine Doula brauchen, wenn du dir die richtige Hebamme für dich und deine Schwangerschaft aussuchen konntest. Möchtest du trotzdem zusätzlich von einer Doula betreut werden, musst du vorher herausfinden, wie deine Hebamme und/oder Ärztin dazu stehen. Denn eines ist klar: Wenn du alle paar Wochen Entscheidungen und Meinungen vor den jeweils anderen rechtfertigen musst, dann wird die Schwangerschaft unnötig stressig.