Wie viel du verdienst, wenn du Hebamme wirst, richtet sich vor allem danach, ob du als selbstständige Hebamme arbeitest oder zum Beispiel in einem Krankenhaus angestellt bist. Aber erst mal von Anfang an: Während der Ausbildung verdienst du zwischen 800 bis knapp unter 1000 Euro.
Geregelt wird das Ausbildungsentgelt vom Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD), besonderer Teil: Pflege. Dieser Tarifvertrag bestimmt, was Auszubildende an Einrichtungen des öffentlichen Dienstes während ihrer Ausbildung erhalten. Bei Hebammenschülerinnen sind das im ersten Ausbildungsjahr 826 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr 887 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 988 Euro.
Angestellte Hebammen
Falls du nach der Ausbildung in einem Krankenhaus arbeitest, kannst du mit einem Gehalt rechnen, das in etwa dem einer Krankenschwester entspricht. Ist die Klinik in öffentlicher Trägerschaft, kann ein Tarifvertrag zutreffen; allerdings gibt es viele Krankenhäuser, die ihre Angestellten, natürlich auch die Hebammen, in andere Gesellschaften auslagern und so ein eventuell gültiger Tarifvertrag nicht angewendet werden muss. Dementsprechend kann der Verdienst einer Hebamme extrem variieren.
Falls der Tarifvertrag angewendet wird, gilt aktuell der TVAöD in der Fassung vom 1. August 2011.
http://www.gew.de/Binaries/Binary60123/Entgelttabellen_TVoeD_2010-2011-final.pdf
Dazu können Orts-, Schicht- und andere Zuschläge kommen. Der Nettolohn berechnet sich natürlich abhängig von der Steuerklasse und durch die Sozialversicherungsbeiträge.
Einen Vergleich, was Hebammen im echten Leben verdienen, gibt es beispielsweise bei Gehaltsvergleich. (http://www.gehaltsvergleich.com/gehalt/Hebamme-Entbindungspfleger.html)
Selbstständige Hebammen
Etwas anders sieht der Verdienst bei freiberuflichen Hebammen aus. Sie können zumindest theoretisch viel mehr verdienen, denn sie sind ja nicht bei einem Arbeitgeber angestellt, der versucht, Arbeitskräfte möglichst kostengünstig einzukaufen, und der dann auch noch Sozialbeiträge zahlen muss.
Selbstständige Hebammen rechnen direkt mit den Krankenkassen ab und können bis zu einem gewissen Grad ihre Preise auch selbst festlegen, stehen dafür aber auch in Konkurrenz zu anderen Hebammen, selbstständigen wie auch den Hebammen in Kliniken.
Allerdings müssen selbstständige Hebammen ihre Krankenversicherung alleine tragen, zudem sehen sie sich zunehmend hohen Kosten für ihre Versicherung gegenüber. Tatsächlich sind die Kosten so hoch geworden, dass die Hebamme 2009 durch Streiks und andere Protestaktionen auf ihre Situation aufmerksam gemacht haben.
Die Versicherungskosten für den Bereich Geburtshilfe wurden für immer höher, da die Versicherer die steigenden Kosten natürlich auf die Versicherungsnehmer umlegen. Für Hebammen bedeutete das teilweise Versicherungskosten von über 3000 Euro im Jahr, alleine für die Geburtshilfe. Laut Angaben des Deutschen Hebammenverbandes mussten deswegen rund 400 Hebammen die Geburtshilfe aus ihrem Angebot nehmen.
Das bedeutet, dass sie zwar weiterhin die Schwangerenvorsorge und die Nachsorge anbieten, aber die eminent wichtige Geburtshilfe nicht mehr leisten können, weil sie allein dafür Versicherungsbeträge zahlen müssten, die ein durchschnittliches Monatseinkommen weit übersteigen.
Das aktuelle Jahreseinkommen von Hebammen liegt laut dem Deutschen Hebammenverband bei rund 14.000 Euro; demgegenüber steht eine Haftpflichtprämie von über 3.600 Euro.
(Quelle: Hintergrundinformationen zu den Forderungen des DHV; pdf; Stand: Juni 2011)
http://www.hebammenverband.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=fileadmin/user_upload/pdf/Hebammen-Protest/Hintergrundinformationen_zu_den_Forderungen_des_DHV.pdf&t=1319013931&hash=249dfda0be3d308f46b55a76f5a4ebe8a733f735