Jetzt, Anfang der dritten Schwangerschaftswoche, kommt es zum Eisprung, hoffentlich zu Befruchtung und damit auch zu einer Schwangerschaft es wäre doch schade, wenn der Körper sich diese ganze Mühe mit dem Aufbau der Gebärmutterschleimhaut umsonst gemacht hätte!
Idealerweise kommen die Spermien der Eizelle auf ihrem Weg in Richtung Gebärmutter entgegen. Das ist deswegen vorteilhaft, weil die anspruchsvolle Eizelle immer weniger fruchtbar wird, je älter sie ist, und innerhalb weniger Stunden abstirbt. Die erstaunlich robusten Spermien hingegen können problemlos stunden- und tagelang im Körper der Frau ausharren und auf ihre große Chance warten.
Natürlich sind die Spermien, die jetzt noch am Leben sind, so etwas wie die Elitetruppen. Die meisten der Millionen Spermien, die der Mann beim Samenerguss ausschüttet, schaffen es gar nicht so weit, nur die Besten der Besten gelangen überhaupt in den Uterus und dann in die Eileiter. Und auch wenn sie bis zum Eileiter kommen, könnte es immer noch der falsche sein, wenn nämlich der Eisprung auf der anderen Seite war. Ein Spermium hat wirklich ein schweres Leben!
Nehmen wir also einmal an, dass es klapp, Eizelle und Spermium sich zum optimalen Zeitpunkt treffen und es zur Befruchtung kommt. Dann wandert die befruchtete Eizelle durch den Eileiter in die Gebärmutter. Die Wanderung der Eizelle kann mehrere Tage dauern, während derer sich aber die Schleimhaut der Gebärmutter aufbaut, so dass die Eizelle, wenn sie in der Gebärmutter ankommt, dank der guten Arbeit der Hormone die idealen Verhältnisse vorfindet, um sich erfolgreich in die Schleimhaut (Endometrium) einzunisten.
Das Einnisten dauert auch seine Zeit. Zu Beginn der Nidation, wie der Fachbegriff dafür lautet, befestigt sich die Eizelle an der Gebärmutterschleimhaut. Tatsächlich ist es schon nicht mehr nur eine Eizelle, es ist schon ein Bläschen aus mehreren unterschiedlichen Zellen. Einige dieser Zellen haben die Aufgabe, sich in die Gebärmutter hineinzusenken und das Bläschen (die Blastozyste) sozusagen in das Endometrium hineinzuziehen. Die Nidation ist nach erst zwei Wochen völlig komplett.
Während der Einnistung kann es manchmal zu leichten Blutungen kommen, wenn die Blutgefäße sich neu arrangieren.
Prinzipiell funktioniert der Körper der Frau hier wie eine gut geölte Maschine, und es ist von Haus aus alles darauf eingerichtet, dass eine Schwangerschaft zustandekommen und ein Kind geboren werden kann. Trotzdem kann zu Beginn der Schwangerschaft leider jederzeit alles schief gehen, auch ohne ersichtlichen Grund wie etwa Krankheit oder irgendwelche schädlichen äußeren Einflüsse.
Wenn aber soweit alles klappt, dann hat sich die befruchtete Eizelle gegen Ende der dritten Schwangerschaftswoche (also der ersten richtigen Schwangerschaftswoche) in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet, und es kann losgehen!