Die zweite Schwangerschaftswoche ist schon ein bisschen aufregender als die erste Woche zumindest am Ende: Jetzt kommt es nämlich zum Eisprung, also dem Moment, in dem die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung am größten ist.
Die reife Eizelle wird beim Eisprung vom Eierstock in den Eileiter entlassen. Hat eine Frau zum Zeitpunkt ihres Eisprungs Sex, dann stehen die Chancen relativ gut, dass sie schwanger wird. Am wahrscheinlichsten ist eine Schwangerschaft sogar dann, wenn der Geschlechtsverkehr vor dem Eisprung stattfindet, damit die Spermien schon ihren Weg durch die Scheide und die Gebärmutter in den Eileiter machen können, während die Eizelle noch im Eierstock ist.
Für den Fall, dass dieses Mal eine Eizelle befruchtet wird, macht sich der Körper der Frau bereit: Nachdem die Gebärmutterschleimhaut des vorherigen Zyklus bei der Menstruation abgebaut wurde, wird jetzt wieder alles vorbereitet, damit eine befruchtete Eizelle sich einnisten kann.
Ovulationstest und Eisprungrechner
Frauen mit Kinderwunsch greifen oft als erstes Mittel zu einem Ovulationstest oder Eisprungrechner, um den günstigsten Moment zu finden, um ein Wunschkind zu zeugen, oder auf gut deutsch: Den idealen Zeitpunkt für Sex zum Babymachen herausfinden.
Die Eisprungrechner brauchen einige Angaben als Grundlage für ihre Schätzung: die Daten der letzten Monatsblutung und die Zyklusdauer. Ausgehend von der durchschnittlichen Dauer der Follikelphase (der Phase zwischen Menstruation und Eisprung) und der Lutealphase (zwischen Eisprung und Menstruation) kann bei einem regelmäßigen Zyklus sogar halbwegs treffsicher bestimmt werden.
Die Ovulationstests messen den Hormonspiegel im Urin und können so nach einigen Monaten den Termin des Eisprungs annähernd vorhersagen. Die vier wichtigsten Spieler im komplexen Theater der Hormone hierbei sind Estradiol, Progesteron, das luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH). Im Laufe des Zyklus ändert sich der Spiegel der einzelnen Hormone auf ganz typische Weise.
Hormone
Das Estradiol gehört zu den Estrogenen (so heißen die weiblichen Geschlechtshormone, die Östrogene, fachlich korrekt). Es sorgt vor allem für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und die ausreichende Durchblutung dieses Gewebes. Der Estradiolspiegel steigt kurz vor dem Eisprung an.
Das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH) lösen den Eisprung aus, deswegen sind sie auch die wichtigsten Hormon für Ovulationstests. Den Namen hat das Hormon vom Gelbkörper (corpus luteus), der sozusagen aus den Resten des Follikels besteht, nachdem die Eizelle freigesetzt wurde. Der Gelbkörper ist aber keineswegs ein Abfallprodukt, er ist für die Schwangerschaft sehr wichtig: Er produziert das Hormon Progesteron, das die Funktion der Gebärmutterschleimhaut unterstützt, und das auch dafür sorgt, dass die Muskulatur der Gebärmutter elastisch genug ist, um mit dem Wachstum des Embryos mitzuhalten. Der Gelbkörper produziert das notwendige Progesteron etwa zwei Monate lang, danach übernimmt die Plazenta diese wichtige Aufgabe.
Kommt es nicht zu einer Befruchtung, stirbt der Gelbkörper ab, produziert kein Progesteron mehr, die Gebärmutterschleimhaut kann nicht mehr aufrechterhalten werden und wird abgestoßen. Kurz: Es kommt zur Regelblutung.
In dieser zweiten Schwangerschaftswoche bereitet sich der Körper der Frau also emsig und voller Hoffnung darauf vor, eine befruchtete Eizelle und dann natürlich ein sich entwickelndes Kind zu beherbergen.