Von Anfang an zur Hebamme

Die meisten Menschen denken bei den Aufgaben einer Hebamme an die Geburtshilfe, eventuell noch an die Betreuung der Mutter im Wochenbett. Dabei können Hebammen schon während der Schwangerschaft eine sehr wichtige Rolle spielen, und nein, wir sprechen hier nicht von Vorbereitungskursen!

Obwohl Hebammen natürlich durchaus auch Kurse anbieten, in denen sich werdende Mütter und Väter auf die Entbindung und das Leben mit dem Kind vorbereiten können, ist das nicht ihre "eigentliche" Aufgabe, besser gesagt: es ist nur ein Teil davon.

Hebammen können nämlich auch die Vorsorgeuntersuchungen durchführen, auf die Schwangere zumindest in Deutschland ein Recht haben. Viele wissen das nicht und sind der Meinung, nur Ärztinnen seien dazu berechtigt und in der Lage, die Schwangerenvorsorge zu übernehmen. Das stimmt allerdings nicht, Schwangere können sich ebenso von Hebammen betreuen lassen. Die Krankenkassen kommen für beide Versionen der Versorgung auf.

Der besondere Vorteil, wenn du dich von einer Hebamme betreuen lässt, ist natürlich, dass du sozusagen den kompletten Schwangerschafts-Service aus einer Hand bekommen kannst. Du lernst die Hebamme schon lange vor der Entbindung gut kennen, und die Hebamme lernt dich und deine individuelle Schwangerschaft kennen, kann sich also besonders gut auf die Geburt deines Kindes vorbereiten.

Bei der Hebamme bist du genauso sicher aufgehoben wie bei der Frauenärztin: Sollte es gesundheitliche Probleme geben, erkennt die Hebamme sie sofort und wird dich zu deiner Ärztin oder ins Krankenhaus schicken. Der einzige Unterschied: Hebammen sind nicht zum Durchführen der drei Ultraschalluntersuchungen zugelassen, die von den Krankenversicherern im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge bezahlt werden.

Schwangerenvorsorge bei der Hebamme



Egal ob bei der Ärztin oder der Hebamme, zur Schwangerenvorsorge gehören bei uns normalerweise:

  • Regelmäßige Besuche bei Ärztin oder Hebamme; zuerst alle vier Wochen nach Feststellen der Schwangerschaft, ab der 32. Schwangerschaftswoche alle zwei Wochen

  • Blutuntersuchungen:


    • Feststellen der Blutgruppen von Mutter und Kind

    • Hepatitis-B-Test

    • Röteln-Test

    • Chlamydien-Test

    • ggf. Toxoplasmose-Test

    • ggf. HIV-Test

    • Test auf Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)


  • Urinuntersuchungen

  • 3 Ultraschalluntersuchungen


Die Ergebnisse der Untersuchungen und die Messungen (Gewicht der Mutter, Blutdruck der Mutter, Bauchumfang, Größe des Kindes, Herzschlag des Kindes, Fundusstand usw.) werden in den Mutterpass eingetragen. Diesen Mutterpass bekommen Schwangere ausgehändigt, sobald die Schwangerschaft festgestellt wurde. Es wird geraten, den Pass immer dabei zu haben, damit in Notfällen die Ärztin wichtige Informationen sofort zur Hand hat.

Die jeweiligen Tests und Untersuchungen werden zu relativ festen Zeitpunkten vorgenommen, so dass sich ein möglichst genaues Bild der Kindesentwicklung und des Schwangerschaftsverlaufes ergibt.

Obwohl natürlich jede Schwangerschaft, jede Mutter und jedes Kind unterschiedlich sind, gibt es ganz typische Verläufe und Entwicklungsschritte, so dass stärkere Abweichungen von der "Norm" die Hebamme stutzig machen und genauere Untersuchungen rechtfertigen.

Geburtsvorbereitung



Auch die ganz "klassische" Geburtenvorbereitung ist eine Aufgabe von Hebammen. Sie bieten verschiedene Kurse für die werdenden Eltern an, in denen sie über die Schwangerschaft informiert und auf das Leben mit dem Kind vorbereitet werden.

Dabei steht natürlich auch die Vorbereitung auf die Geburt an sich im Mittelpunkt. Allerdings wird dabei schon lange nicht mehr das klischeehafte "Veratmen" der Wehen geübt, bei dem der werdende Vater die werdende Mutter nervös beim Hecheln coacht. Vielmehr werden die unterschiedlichen Geburtsmethoden vorgestellt, vom Kreissaal über das Geburtshaus bis hin zur Hausgeburt, Wassergeburten und Geburten im Gebärrad werden ebenso vorgestellt.

So kann die Schwangere sich aussuchen, wie sie ihr Kind auf die Welt bringen möchte. Natürlich kann sich im Moment der Entbindung die Meinung schlagartig ändern, aber eines ist sicher: Eine Frau, die dank ihrer Hebamme ihre verschiedenen Optionen kennengelernt hat, gebärt ihr Kind bestimmt entspannter als eine uninformierte Schwangere.

 
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