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Wochenbett und Nachsorge

Das Wort „Wochenbett“ klingt ziemlich altmodisch, ein bisschen biedermeiermäßig, karbolduftend und voller hellblauer oder hellrosafarbener Babykleidung, herrischer Oberschwestern und Schwiegermütter, und auch eigentlich mehr nach Krankheit als nach allem anderen.

Wenn man sich von dieser Vorstellung freimacht, bleibt aber zumindest der Kern dieser Zeit nach der Geburt: Das Wochenbett ist die Zeit nach der Entbindung, in der sich der Körper der Mutter zurückbildet, die Änderungen, die Schwangerschaft und Geburt verursacht haben, also wieder rückgängig gemacht werden. Diese Rückbildung dauert meist sechs bis acht Wochen. Komplett in den „Normalzustand“ zurück findet der Körper natürlich nicht ganz, zumindest nicht, wenn die Mutter stillt.

Wochenbett – muss das sein?



Heute wird zwar oft, und zu Recht, betont wie natürlich Schwangerschaft und Geburt sind, und dass der Körper einer Frau genau daraufhin ausgelegt ist. Dabei sollten wir aber nicht vergessen, dass diese natürlich Vorgänge zwar keineswegs eine Krankheit sind, aber trotzdem im Endeffekt das gleiche sind wie Hochleistungssport. Schwangerschaft und Geburt verlangen dem Körper das Letzte ab, und das Wochenbett ist eine wichtige Zeit der Erholung und eben der körperlichen Rückbildung.

Leider kommt heute diese Periode oft ein bisschen zu kurz, vielleicht weil uns ständig eingeredet wird, Frauen müssten alles gleichzeitig können, Kinder, Familie, Karriere, Haushalt, schön, fit, jugendlich sein. Filmstars und Models werden während der Schwangerschaft genau beobachtet und ihr Gewicht genau kommentiert, und nach der Geburt wird gelobt, wer in kürzester Zeit zur perfekten Figur zurückfindet. Dabei wird vernachlässigt, dass der Körper mindestens sechs bis acht Wochen braucht, um sich von der Geburt zu erholen. Diese Zeit wird übrigens auch vom Staat anerkannt, und so gilt in den ersten acht Wochen nach der Entbindung ein absolutes Beschäftigungsverbot für Mütter.

Nachsorge – körperlich und seelisch



Die Aufgabe einer Hebamme ist während dieser Zeit, den Verlauf der Rückbildung zu überwachen und eventuelle Probleme, körperliche oder seelische, sofort zu erkennen. Da diese Nachsorge so wichtig ist, wird sie auch von den Krankenkassen bezahlt.

Natürlich haben die neuen Eltern während dieser Zeit viele Fragen, wie sie mit ihrem Baby umgehen, es pflegen und füttern sollen, und auch dafür ist die Hebamme die richtige Ansprechpartnerin. Besonders die Unterstützung beim Stillen ist wichtig, denn auch das Stillen ist eine dieser „natürlichsten Dinge der Welt“, die in Wirklichkeit nicht ganz so problemlos klappen, wie man annehmen würde.

Hebammen-Aufgaben nach der Geburt



  • Überwachen der Gebärmutterrückbildung

  • Infektionen erkennen

  • Hilfe beim Stillen

  • Beobachten der Eltern-Kind-Bindung

  • Erkennen eventueller
  • Depressionen